Poly-Ether-Ether-Keton (PEEK)

Biokompatible Hochleistungspolymere
erobern die digitale Zahntechnik

Ein Beitrag von Dr. André Hutsky, ZTM Daniel Ellmann, Dr. Andreas Schwitalla
Interaktive Fortbildung, Veröffentlicht in der NZB, 10/2014

Poly-Ether-Ether-Keton (PEEK)

Biokompatible Hochleistungspolymere erobern die digitale Zahntechnik

Ein Beitrag von Dr. André Hutsky, ZTM Daniel Ellmann, Dr. Andreas Schwitalla
Interaktive Fortbildung, Veröffentlicht in der NZB, 10/2014

Auszug aus dem Beitrag […] Nachdem PEEK ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt worden war, kommt es heute in fast allen Industriezweigen vor – in Form von Zahnrädern, Gleitlagern, Buchsen, Pumpengehäusen, Leuchtfassungen, Steckerteilen und Tennissaiten. Im Dentalbereich orientieren sich die Einsatzgebiete aktuell verfügbarer PEEK-Rohlinge an deren Zusammensetzung. Während einige Hersteller PEEK mit Füllstoffen wie Titandioxid-Pulver compoundieren, wodurch eine weiße Eigenfarbe und eine leicht erhöhte Festigkeit erzielt wird (bisher zugelassen für temporären Zahnersatz ist dieses modifizierte Material bereits für festsitzenden Zahnersatz wie Kronen und Brücken im Einsatz; Ergebnisse von Langzeitstudien, wie am Universitätsklinikum Halle (Saale) unter Leitung von Prof. Dr. Setz und OA Dr. Hey durchgeführt (stehen noch aus), verzichten andere auf jegliche Zusatzstoffe. Diese sind bisher für definitive, herausnehmbare Rekonstruktionen zugelassen (Abb. 6-43). In verblendeter Form stellen sie einen idealen Antagonisten-freundlichen und bruchsicheren Werkstoff mit knochenähnlichen mechanischen Eigenschaften dar und bieten eine ideale Alternative zu NEM-basiertem Zahnersatz.

Auszug aus dem Artikel […] Der Werkstoff PEEK wird aufgrund seiner herausragenden chemischen und physikalischen Eigenschaften seit langem von der Industrie genutzt. Wegen seiner umfassend nachgewiesenen Biokompatibiltät als Implantatmaterial und knochenähnlichen elastischen Eigenschaften hält das Material seit längerer Zeit auch Einzug in viele Bereiche der Medizin, respektive Zahnmedizin. Hier rückt der Fokus nun zunehmend auf die Indikationen von (bedingt) herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz. Der aktuelle Wissens- und Erfahrungsstand deutet auf eine vielversprechende Zukunft für PEEK im zahnmedizinischen Sektor hin. Es gibt noch Bedarf an weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen, um zusätzliche Einsatzgebiete für PEEK zu erschließen. Es ist davon auszugehen, dass sowohl die Nachfrage nach biokompatiblen, metallfreien Materialien, als auch die zunehmende Berücksichtigung umweltzahnmedizinischer Aspekte dazu beitragen, dass PEEK als zahnärztlicher Werkstoff weiter an Bedeutung gewinnt. […]