Keramisch denken

Präparationsregeln für Inlays und Teilkronen aus Keramik

Ein Beitrag von Dr. André Hutsky, Roland Frankenberger
Veröffentlicht in Quintessenz Zahnmedizin, 1/2011

Keramisch denken

Präparationsregeln für Inlays und Teilkronen aus Keramik

Ein Beitrag von Dr. André Hutsky, Roland Frankenberger
Veröffentlicht in Quintessenz Zahnmedizin, 1/2011

Auszug aus dem Beitrag […] Keramikinlays haben sich erfolgreich durchgesetzt. Neben laborgefertigten Keramikteilchen überzeugen aus Blöcken geschliffene, adhäsiv befestigte vollkeramische Inlays und Onlays ebenfalls mit einer langen Lebensdauer: Den Ergebnissen einer umfangreichen Metastudie zufolge weisen gefräste Keramikinlays nach Goldgussversorgungen die zweitniedrigste jährliche Verlustrate auf und liegen damit noch vor laborgefertigten Keramikrestaurationen, Kompositen und Amalgam 7. Allerdings treten bei Keramikinlays und -teilkronen gelegentlich Komplikationen auf – zu den häufigsten zählen Frakturen. Ursache sind meist vertikal zu flach präparierte Kavitäten bzw. die Nichtbeachtung der für die charakteristischen mechanischen Eigenschaften von Keramik erforderlichen speziellen Verarbeitungstechniken. Neben der korrekten Adhäsivtechnik bildet daher eine materialgerechte Präparation das Fundament für den klinischen Langzeiterfolg gerade bei spröden Keramikrestaurationen. Eine keramikgerechte Präparation richtet sich im Wesentlichen nach dem Ausmaß des Defektes und sollte frei von scharfen Kanten, abrupten Übergängen und dünn auslaufenden Rändern sein […]

Auszug aus dem Artikel […] Da Keramikrestaurationen adhäsiv mit einem licht- oder dualhärtenden Befestigungskomposit inseriert werden und die verbleibenden Schmelzwände sich dadurch im Gegensatz zu zementierten Goldgussrestaurationen gut stabilisieren und unterstützen lassen, ist es als weniger kritisch anzusehen, wenn sich okklusale Kontaktpunkte auf den Präparationsrändern befinden oder durch alterungsbedingte Abnutzung der Zahnhartsubstanz in diese Bereiche verschoben werden. Empfehlung: Um Frakturrisiken grundsätzlich zu minimieren, sollte dennoch vermieden werden, dass solche Kontaktpunkte später auf der Restzahnsubstanz in der dynamischen Okklusion oder eben unmittelbar auf den Präparationsrändern zu liegen kommen. Zur Festlegung der späteren Präparationsgrenzen bietet es sich an, die okklusalen Kontaktpunkte in aufrechter Sitzposition noch vor der Anästhesie mit Hilfe von Seidenokklusionspapier zu visualisieren […]