Digitale Modellherstellung und Archivierung in der Kieferorthopädie

Ein Beitrag von Dr. André Hutsky, Dr. Alma Garcia, Christian Born
Veröffentlicht in Quintessenz Zahntechnik, 10/2022

Digitale Modellherstellung und Archivierung in der Kieferorthopädie

Ein Beitrag von Dr. André Hutsky, Dr. Alma Garcia, Christian Born
Veröffentlicht in Quintessenz Zahntechnik, 10/2022

Auszug  […] Modellscan versus lntraoralscan – Werden manuelle Abformungen ordnungsgemäß genommen und anschließend korrekt in Gips überführt, gesockelt und gegebenfalls einartikuliert, können derart erstellte Modelle ohne weitere Umstände mithilfe eines Laborscansystems erfasst werden. Besonders hilfreich sind hier Scanner, bei denen die Modelle komplett im Artikulator erfasst werden, da hier bereits eine mittelwertig gelenkbezogene Datenerfassung erfolgt. Sollen weitere gelenkbezogene Informationen in der Software erfasst werden, können entsprechende Werte später in der CADSoftware hinterlegt werden. Alternativ kommen Zusatzübertragungsbögen zum Einsatz, die eine digitale Integration ermöglichen. Der Nachteil dieses Vorgehens liegt darin begründet, dass zuerst etliche manuelle Arbeitsschritte verrichtet werden müssen, bevor die Daten digital erfasst sind. Zusätzlich kann es zu geringfügigen Qualitätsverlusten infolge der Scanauflösung kommen. Einige Laborscanner bieten die Möglichkeit, auch Abformungen selbst einzuscannen. Diese Funktion ist aber nur dann sinnvoll, wenn das Abformmaterial scanfähig ist und keine transparenten Bereiche erfasst werden müssen, wie zum Beispiel durchgebissene Bissregistrate. Letztere müssten in der Regel bepudert werden, da ansonsten sogenannte Löcher im Datensatz entstehen. Nicht von der Kamera einsehbare oder zu tiefliegende Bereiche können ebenso wenig gescannt werden […]

Auszug  […] Wie zu erkennen ist, hält die digitale Welt der Kieferorthopädie zahlreiche ausgereifte Entwicklungen parat. Dies gilt auch im Zusammenhang mit der digitalen Archivierung von Modellen. Diese ermöglicht dem Anwender einen jederzeit flexiblen Zugriff auf alle Fälle. Analysen können durchgeführt werden, ohne die Modelle zu beschädigen. Behandlungen können ohne Einschränkungen immer wieder simuliert werden. Modelle und kieferorthopädische Geräte können digital gefertigt und auf einfache Weise erneut angefertigt werden. Außerdem ermöglicht die digitale Archivierung den Zugriff auf die vollständige Historie der Patientenfälle. Aktuell werden verschiedene Varianten angeboten. Entweder man erwirbt ein geeignetes Ortho-Scansystem. Hierbei kann es sich um einen lntraoralscanner oder auch einen Laborscanner handeln. Oder man mietet sich intervallweise ein leistungsfähiges System. Eine Archivierung sollte allerdings revisionssicher sein und gegenüber sämtlichen aktuell gültigen Datenschutzbestimmungen standhalten. Obwohl ein […]